Netzplan · Retention

Datenarchivierung: Lesbar bleiben, wenn das System ausgeht

Ein GxP-System ist erst außer Betrieb, wenn die Daten nachweisbar lesbar bleiben. Wir planen die finale Sicherung, überführen Bestände in revisionssichere Archive und belegen die Wiederherstellbarkeit in einer vom Althost unabhängigen Zielumgebung – nach Annex 11.

Unsere Leistungen bei der Datenarchivierung

Die teure Variante der Stilllegung ist die halbe: Server abgeschaltet, Daten auf einem Netzlaufwerk, niemand kann sie öffnen. Wir klären vor dem Abschalten, welche Daten GxP-relevant sind, wie lange sie aufzubewahren sind und wie der Restore belegt wird.

Einstieg

Archivierungskonzept & Datenklassen

Assessment

Wir erfassen GxP-relevante Bestände, Aufbewahrungsfristen, Abhängigkeiten und vorhandene Archive. Daraus entsteht ein Konzept mit Datenklassen, Verantwortlichkeit und Zielarchitektur – bevor kopiert wird.

Ergebnis: Archivierungskonzept mit Fristen, Speicherort und Rollenmodell

  • Abgrenzung GxP vs. nicht GxP, AMWHV und 21 CFR 211
  • Archivsysteme: OpenText, JiVS, DocuWare, VM-Archiv
  • Anschluss an Netzplan und DI-Programm

Scope

Datenbereinigung & Scope

Retention

Nicht alles muss mit. Wir dokumentieren, was übernommen wird, was gelöscht werden darf und warum – mit QA-Freigabe vor der Überführung.

Ergebnis: dokumentierte Bereinigungsliste mit Begründung je Datensatz

  • Redundante und veraltete Bestände identifizieren
  • Metadaten und Audit Trail mit archivieren
  • Kopplung an Data Integrity

Überführung

Backup & Archivübernahme

Iperius · Veeam

Konsolidierte Backups werden in revisionssichere Formate überführt – manuell oder automatisiert. Bei kontrollierter Migration mit Hash und Audit Trail unterstützt STREAM.

Ergebnis: überführter Archivbestand mit Protokoll je Batch

  • Iperius, Veeam, OpenText, JiVS, DocuWare
  • VMware Workstation für Archiv-VMs
  • Verknüpfung mit Systemvirtualisierung

Integrität

Prüfsummen & Audit Trail

ALCOA+

Integritätsprüfungen über den gesamten überführten Bestand: Prüfsummen vor und nach der Migration, Protokollierung von Zeitstempel, Verantwortlichem und Ergebnis.

Ergebnis: Prüfsummenprotokoll und Integritätsnachweis für QA

  • Hash-Vergleich Quelle ↔ Ziel
  • Metadaten und Lesbarkeit mit prüfen
  • Anschluss an Data Readability

Nachweis

Restore-Tests in Zielumgebung

Annex 11

Wiederherstellbarkeit belegen wir in einer unabhängigen Zielumgebung – oft virtuell – die nicht vom Althost abhängt. Intervall, Akzeptanzkriterium und Protokoll je Durchlauf sind dokumentiert.

Ergebnis: Restore-Testbericht aus unabhängiger Umgebung

  • Annex 11 Abschnitt 17: Lesbarkeit archivierter Daten
  • Periodischer Rhythmus über die Aufbewahrungsfrist
  • Case Story: Datenarchivierung

Freigabe

Decommissioning & Übergabe

QA · Handover

Der Decommissioning-Bericht bündelt Konzept, Bereinigung, Integrität und Restore – als Freigabegrundlage für das Abschalten. Runbooks und Schulung für den laufenden Archivbetrieb schließen das Projekt ab.

Ergebnis: Decommissioning-Bericht und dokumentierte Übergabe an IT/QA

  • QA-Freigabe vor Hardware-Entsorgung
  • Langzeitbetrieb oder Übergabe an Ihre IT
  • Verknüpfung mit GxP-Qualifizierung
Case Story lesen ›

Was uns ausmacht: Ein Backup ersetzt kein Archiv. Wir belegen Lesbarkeit und Unabhängigkeit vom Althost – bevor der Server abgeschaltet wird.

System und Abschalttermin nennen?

Erstgespräch vereinbaren

Archiv-Wegweiser

Welche Ausgangslage beschreibt Ihr Vorhaben?

Wählen Sie Ihr Szenario – Sie erhalten den passenden Einstieg mit Referenzen und Kontaktweg.

Archivierung aus einer Hand heißt: Konzept, Überführung und Restore-Nachweis aus einem Gremium – ohne Medienbruch zwischen Labor, IT und QA.

Referenz: GxP-Archiv und Restore-Probe vor Hardware-Entsorgung. Case Story lesen

Drei Phasen bis zur Freigabe

Jede Phase endet mit einem Artefakt, das Sie in QA-Review und Audit vorlegen können.

Konzept

Planen & klassifizieren

Datenklassen, Fristen, Scope und Archivziel – bevor kopiert wird.

Überführung

Bereinigen & migrieren

Revisionssichere Formate, Prüfsummen und Protokoll je Batch.

Nachweis

Restore & Freigabe

Unabhängige Zielumgebung, Testbericht, Decommissioning für QA.

Backup allein reicht nicht: Annex 11 verlangt Lesbarkeit über die Aufbewahrungsfrist. Restore-Tests in einer vom Althost unabhängigen Umgebung sind der Nachweis, dass das Archiv noch geöffnet werden kann.

Was Sie bekommen

Archivierungskonzept mit Datenklassen, Fristen, Speicherort und Verantwortlichkeit
Dokumentierte Bereinigung: was übernommen wird, was nicht, und warum
Prüfsummenprotokoll über den überführten Bestand
Restore-Testbericht aus einer unabhängigen Zielumgebung
Decommissioning-Bericht als Freigabegrundlage für das Abschalten

Für wen ist Datenarchivierung gedacht?

Laborleitung, IT und QA in Pharma, Biotech und Labor – bei Systemwechseln, Standortkonsolidierungen und abgekündigter Laborsoftware, wenn die Aufbewahrungsfrist die Lebensdauer der Hardware übersteigt.

Regulatorischer Rahmen: EU-GMP, ICH und FDA-Referenzen

Aufbewahrung, Archivierung und Rekonstruierbarkeit sind in EU-GMP und US-cGMP verankert, ergänzt durch die deutschen Herstellungsvorschriften.

  • EU-GMP Annex 11, Computerised Systems: Abschnitt 7.2 zu Backup und Abschnitt 17 zu Archivierung, einschließlich Prüfung der Lesbarkeit archivierter Daten.
  • 21 CFR Part 211: Aufbewahrungsfristen für Chargen- und Prüfunterlagen, aus denen sich die Archivdauer ergibt.
  • AMWHV: deutsche Aufbewahrungspflichten für Herstellungs- und Prüfdokumentation.

Backup oder Archiv?

Beides sichert Daten – aber zu unterschiedlichen Zwecken. Im GxP-Kontext brauchen Sie oft beides, mit klarer Abgrenzung.

Backup

  • Wiederherstellung im laufenden Betrieb
  • Kurzfristig, oft an Produktivsystem gebunden
  • Kein Ersatz für Retention-Nachweis

Archiv

  • Revisionssicher über die Aufbewahrungsfrist
  • Unabhängig vom Produktivsystem lesbar
  • Restore-Tests als Inspektionsnachweis

FAQ: Datenarchivierung

Reicht ein Backup als Archiv?
Nein. Ein Backup dient der Wiederherstellung im laufenden Betrieb. Ein Archiv muss revisionssicher, fristgerecht und unabhängig vom Produktivsystem lesbar bleiben – mit dokumentierten Restore-Tests.
Warum Restore-Tests in einer anderen Umgebung?
Nur so wissen Sie, dass das Archiv nicht an den alten Host gebunden ist. Unabhängige Zielumgebungen, oft virtuell, sind der Nachweis für Inspektionen nach Annex 11.
Kann STREAM die Überführung unterstützen?
Ja, wenn eine kontrollierte Migration mit Hash und Audit Trail nötig ist. Siehe STREAM. Die Archivstrategie bleibt die übergeordnete Leistung.
Wann muss die Archivierung beginnen?
Vor dem Abschalten. Wenn die Aufbewahrungsfrist die Hardware-Lebensdauer übersteigt – im GxP-Umfeld der Normalfall – planen wir Konzept, Überführung und Restore-Test, bevor der Server ausgeht.
Was passiert mit der Hardware?
Erst nach QA-Freigabe auf Basis des Decommissioning-Berichts. Bis dahin bleibt der Restore-Nachweis dokumentiert, auch wenn die Archiv-VM oder das Archivsystem weiterläuft.
Welche Nachbarleistungen sind relevant?
Archivierung ohne Lesbarkeit ist unvollständig: Data Readability für offene Formate, Systemvirtualisierung für Archiv-VMs. Den Überblick gibt der Netzplan.

Referenzprojekte Datenarchivierung

Archiv, Restore und Data Readability aus dem DI-Programm.

Außerbetriebnahme vorbereiten

Nennen Sie das System und den geplanten Abschalttermin. Wir legen fest, welche Daten bleiben, wohin sie gehen und wie der Restore belegt wird.

Kontakt aufnehmen