Unsere Leistungen bei der Produktionsanlagen-Qualifizierung
Hardware, Prozess, Software – ein Nachweispaket statt drei getrennte Dokumentenwelten.
Eine Produktionsanlage ist kein einzelnes Gerät. Sie ist ein Verbund aus Feldgeräten, Steuerung, Prozessleittechnik, Betriebsleitebene und Unternehmenssoftware. EU-GMP Annex 15 verlangt den dokumentierten Nachweis, dass Anlagen für den vorgesehenen Zweck geeignet sind. Wo Software entscheidet, greifen zusätzlich Annex 11, 21 CFR Part 11 und ein risikobasierter GAMP-5-Ansatz.
Wir führen Equipment-Qualifizierung, Prozessvalidierung und CSV bzw. CSA zusammen, statt drei getrennte Dokumentenwelten zu erzeugen. Die interaktive Pyramide weiter unten zeigt, welche Prüffoki auf welcher Ebene greifen. Das übergeordnete Equipment- und Anlagenqualifizierungs-Angebot bleibt der Rahmen für DQ, IQ, OQ und PQ.
Regularien: EU-GMP Annex 15 · Qualifizierung und Validierung EU-GMP Annex 11 und 21 CFR Part 11 GAMP 5 2nd Edition CSA · Computer Software Assurance
Risikobasiert validieren
CSA nutzen und gezielt validieren
Qualität statt Quantität: CSA (Computer Software Assurance) steuert den Validierungsaufwand nach Risiko, nicht nach Seitenzahl. Im Mittelpunkt bleiben Produktqualität und Sicherheit, nicht der Dokumentenumfang. Wie KI die verbleibende Fleißarbeit beschleunigt, folgt im nächsten Abschnitt.
Dokumentation beschleunigen
KI effizient einsetzen und Zeit sparen
Moderne KI-Unterstützung erledigt in der Anlagenqualifizierung die dokumentarische Fleißarbeit effizient: Querverweise prüfen, eine Traceability-Matrix erzeugen oder abgleichen, Glossar und Abkürzungsverzeichnis anlegen und die Versionshistorie aktuell halten. CSA bleibt Qualität statt Quantität; KI ist der Beschleuniger für die Nachweise, kein Ersatz für das Qualifizierungsurteil.
Freiwerdende Spezialistenstunden fließen in Engineering, Tests und Anlagenverständnis, etwa in URS, Risikoanalyse und Inbetriebnahme. Mit KI-Agenten und Workflows beschleunigen wir genau diese Dokumentationsschritte; GxP-Entscheidungen treffen weiterhin Ihre Qualifizierungsverantwortlichen.
Drei Stränge, ein Qualifizierungsgegenstand
Qualifizierungsstrategie klären oder direkt in die Pyramide springen?
Erstgespräch vereinbaren Zur AutomatisierungspyramideAnlagen-Wegweiser
Welche Anlage steht im Fokus?
Wählen Sie die Ausgangslage für Produktionsanlagen-Qualifizierung.
Greenfield-Qualifizierung
Qualifizierungsstrategie, Terminplan und Nachweisdokumentation von DQ bis PQ.
Equipment in der Linie
Pressen, Extruder und Peripherie qualifizieren und in Change Control einbinden.
Nachqualifizierung
Bestehende Anlagen nach Audit-Finding oder Umbau wieder in den validierten Zustand führen.
Referenz: Case Story Produktionsanlagen. Case Story lesen
Unser Vorgehen in GxP-Projekten: von Planung bis Freigabe – jeder Schritt endet mit einem Ergebnis, das Sie in QA-Review und Audit vorlegen können. GxP-Beratung in fünf Schritten ansehen
Regulatorische Grundlagen
Nur Primärquellen. Jeder Link erklärt, warum er für die Qualifizierung von Produktionsanlagen gilt.
-
EudraLex Volume 4: EU-GMP-Leitfaden
Offizielle Sammlung der EU-GMP-Kapitel und Annexes. Einstieg für Annex 11, Annex 15 sowie Kapitel 3 und 5.
-
EU-GMP Annex 15: Qualification and validation
Kerntext für DQ, IQ, OQ, PQ, Requalifizierung und den Lebenszyklus von Anlagen seit 1. Oktober 2015.
-
EU-GMP Annex 11: Computerised Systems
Gilt, sobald SCADA, MES, LIMS oder ERP GxP-Daten erzeugen oder lagern: Validierung, Audit Trail, Zugriffsschutz.
-
EU-GMP Kapitel 3: Premises and Equipment
Anforderungen an Räume und Ausrüstung, einschließlich Kalibrierung von Mess- und Steuergeräten.
-
EU-GMP Kapitel 5: Production
Produktionsanforderungen, die qualifizierte Anlagen und beherrschte Prozesse voraussetzen.
-
21 CFR Part 211 Subpart D: Equipment
US-cGMP für Ausrüstung. § 211.68 adressiert automatische, mechanische und elektronische Einrichtungen inklusive Rechner.
-
21 CFR Part 211 Subpart F: Production and Process Controls
US-cGMP für schriftliche Produktions- und Prozesskontrollverfahren. Ergänzt Annex 15, sobald die Anlage einen reproduzierbaren Prozess liefern muss.
-
21 CFR Part 11: Electronic Records; Electronic Signatures
Gilt für elektronische Aufzeichnungen der Leit- und Betriebsebene, nicht für die Mechanik der Anlage selbst.
-
FDA: Computer Software Assurance (CSA)
Risikobasierte Testmethodik für Produktions- und Qualitätsmanagement-Software nach 21 CFR Part 820 (Medizinprodukte). Der Toggle in der Pyramide folgt dieser Logik; es ist kein EU-GMP-Annex für Arzneimittel.
-
ISPE GAMP 5 Guide, 2nd Edition
Methodik für computergestützte Systeme, V-Modell und Risikobewertung. Kein Gesetz, in Audits aber der übliche Stand der Technik. Offizielle Bezugsseite, kein Raubkopie-PDF.
-
ASTM E2500: Specification, Design and Verification of Pharmaceutical and Biopharmaceutical Manufacturing Systems and Equipment
Wissenschafts- und risikobasierte Verifikation von Fertigungssystemen; GAMP 5 Appendix S1 ordnet sich daran aus.
-
ISA-95 / ANSI/ISA-95: Enterprise-Control System Integration
Definiert die Layer und Schnittstellen zwischen Fertigungssteuerung und Unternehmenssoftware; IEC übernimmt das Modell als IEC 62264.
-
PIC/S-Veröffentlichungen (GMP-Leitfaden PE 009, PI 006 Qualifizierung)
PIC/S-GMP ist praktisch deckungsgleich mit EU-GMP. PI 006 behandelt Qualifizierung und Validierung aus Inspektorensicht.
-
ICH Quality Guidelines (Q7, Q8, Q9, Q10)
Q7 API-GMP, Q8 pharmazeutische Entwicklung, Q9 Qualitätsrisikomanagement, Q10 pharmazeutisches Qualitätssystem: der Risikokern für CSA und den VMP.
-
AMWHV: Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung
Deutsche Umsetzung der GMP-Pflichten für Herstellung und Prüfung. Gilt ergänzend zum EU-GMP-Leitfaden, nicht statt Annex 15.
-
AMG: Arzneimittelgesetz
Gesetzliche Grundlage für Herstellungserlaubnis und Verkehrsfähigkeit in Deutschland. Die technische Qualifizierung steht in Annex 15 und der AMWHV.
Verwandte Leistungen
Den DQ-bis-PQ-Rahmen beschreibt die Seite Equipment- und Anlagenqualifizierung. Computergestützte Systeme der Leit- und Betriebsebene vertieft die Computersystemvalidierung (CSV). Betrieb, Härtung und Netz der Anlagen-IT liegen in der IT-Administration. Eine FAT/SAT-nahe Referenz ohne Kundennamen ist die Case Story zu Pressen und Extrudern.
FAQ: Produktionsanlagen-Qualifizierung
Referenzprojekte Produktionsanlagen
Pressen, Extruder und Produktionsumgebungen bis zur GxP-Freigabe.
Produktionsanlagen
Pressen und Extruder
Retrospektive Qualifizierung einer Tablettenpresse und FAT/SAT plus Vor-Ort-Qualifizierung von Extrudern.
Zur Case Story
Produktionsanlagen
NanoDrop One
Spektralphotometer in vier Monaten GxP-freigegeben, inklusive PCR-Geräte und Validation Manager.
Zur Case Story
Produktionsanlagen
Spektralphotometer Lab IT
Härtung und Qualifizierung: Kiosk-Modus, PowerShell-Audit-Trail, Backup und Virtualisierung.
Zur Case StoryAutomatisierungspyramide der Anlagenqualifizierung
Fünf Ebenen, ein Qualifizierungsgegenstand. Wählen Sie eine Ebene, per Klick, Tastatur oder auf dem Telefon als Akkordeon. Der CSV/CSA-Schalter ändert den Prüffokus im GAMP-5-V-Modell.
Signalfluss von der Feldebene zur Chargenfreigabe. Hover hebt die Ebene an; Enter oder Klick öffnet den Qualifizierungsfokus.
Lücken in der Anlagen-Qualifizierung? Erstgespräch vereinbaren
Qualifizierungsfokus
Ebene im Detail
Feldebene: Hardware der Produktionsanlage. Ohne kalibrierte Sensoren und getestete Loops ist jede übergeordnete Software nur Dekoration.
CSV auf Ebene 0
- DQ der Feldgeräte gegen die URS (Messbereiche, Werkstoffe, Ex-Schutz wo relevant)
- IQ: Aufstellplan, Medien, Verdrahtung, Typenschilder, Ersatzteilliste
- Kalibrierkonzept und Loop-Tests von Sensor über SPS bis Anzeige
- OQ der Aktoren, Ventile und Antriebe in Betriebs- und Grenzzuständen
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
CSA auf Ebene 0
- Risiko nach Auswirkung auf Produktqualität: kritische Loops skriptbasiert testen
- Lieferantennachweise (FAT, Kalibrierzertifikate) für Standard-Feldgeräte nutzen
- Unskriptierte Herausforderungstests dort, wo die Funktion offensichtlich und das Risiko niedrig ist
- Dokumentierter Critical-Thinking-Nachweis im Qualifizierungsbericht statt Checklisten-Fülle
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
Steuerungsebene: die SPS führt Sequenz- und Regellogik aus. Code, I/O-Liste und Hardware der Steuerung sind eigene Qualifizierungsgegenstände.
CSV auf Ebene 1
- Hardware-Qualifizierung der Steuerung (IQ Schaltschrank, CPU, I/O-Karten)
- FDS der Steuerungslogik gegen die URS
- Code-Review, Versionskontrolle, Vergleich Download zur freigegebenen Version
- Signaltests und OQ der Verriegelungen, Rezepte und Sicherheitsketten
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
CSA auf Ebene 1
- Kritische Steuerungsfunktionen (Chargenstart, Verriegelung, Ausschleusung) skriptbasiert
- Standard-I/O und Diagnose mit unskriptierten Tests plus Lieferantenbibliothek
- Code-Review proportional zur Kategorie (GAMP-Kategorie 5 stärker als konfigurierte Bausteine)
- Änderung an der SPS immer über Change Control, nicht über Ad-hoc-Downloads
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
Prozessleitebene: SCADA und HMI machen die Anlage bedienbar. Hier sitzen Audit Trail, Benutzerverwaltung und Alarme: klassische Annex-11-Themen.
CSV auf Ebene 2
- URS und FDS für Visualisierung, Rezeptur, Historie
- IQ der Server, Clients, Zeitsynchronisation und Backup
- OQ: User Management, Rollen, Audit Trail, Alarmierung, elektronische Signatur wo eingesetzt
- PQ der Bedienung unter Produktionsbedingungen
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
CSA auf Ebene 2
- Höchste Assurance für Audit Trail, Zugriffsschutz und alarmrelevante Anzeigen
- Konfigurierte Displays mit geringem Qualitätsrisiko: unskriptiert, aber mit Nachweis der Konfiguration
- Lieferanten-OQ der SCADA-Plattform nicht ungesehen übernehmen: GxP-Projektkontext prüfen
- Datenintegrität der Historie (ALCOA+) explizit im Risiko festhalten
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
Betriebsleitebene: MES und LIMS führen Aufträge, Electronic Batch Records und Laborergebnisse. Hier entscheidet sich, ob die Charge GxP-tauglich dokumentiert ist.
CSV auf Ebene 3
- Vollständiger Lebenszyklus: URS, FDS, Konfiguration, IQ, OQ, PQ
- Validierung Electronic Batch Records und Workflows zur Abweichung
- ALCOA+ für Datenerfassung, Korrekturen und Freigabeschritte
- Schnittstellen zu SCADA, LIMS und Lager: jeweils mit eigener IQ/OQ
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
CSA auf Ebene 3
- Skriptbasiert: EBR-Integrität, Freigabe, Spezifikationsabgleich, Audit Trail
- Konfigurierte Stammdatenmasken mit niedrigem Risiko: unskriptiert plus Konfigurationsnachweis
- Lieferanten-CSA nicht 1:1 als Betreiber-Validierung verwenden
- Schnittstellenrisiken (falscher Status ins ERP) höher gewichten als optische Reports
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
Unternehmensebene: Das ERP ist selten insgesamt ein GxP-System. GxP-relevant sind die Schnittstellen und Prozesse, die den Chargenstatus und die Freigabe tragen.
CSV auf Ebene 4
- URS der GxP-relevanten ERP-Schnittstellen (Material, Charge, Status, Sperre)
- IQ/OQ des Datenmappings und der Fehlerszenarien
- Nachweis der Chargenfreigabeprozesse inklusive Berechtigungen
- Lieferanten- und Hosting-Bewertung, soweit der Betrieb ausgelagert ist
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
CSA auf Ebene 4
- Nicht das ganze ERP validieren: den GxP-Perimeter festlegen und begründen
- Skriptbasiert: Statuswechsel, Sperre, Freigabe, Schnittstellenfehler
- Finanz- und Einkaufsmodule außerhalb des Perimeters dokumentiert ausnehmen
- Change Control für Interface-Mappings wie für eine Anlage behandeln
Im GAMP-5-V-Modell hervorgehoben
Dokumenten- und Scope-Konfigurator
Welche Ebenen sind in Ihrer Produktionsanlage vorhanden oder Gegenstand des Projekts? Der Plan listet die typischen Qualifizierungsdokumente. Er ersetzt keine risikobasierte Bewertung im VMP.
Ermittelter Dokumentenplan
Bitte mindestens eine Ebene auswählen.
Qualifizierungsprojekt anfragen
Die Schaltfläche öffnet die Druckansicht des Browsers. Darüber speichern Sie die Matrix als PDF. Ein serverseitiger E-Mail-Versand der Datei ist nicht angebunden.
Modellhinweis ISA-95 / IEC 62264
Die Pyramide folgt dem in der deutschsprachigen Anlagenplanung üblichen fünfstufigen Modell (Feld, SPS, SCADA/HMI, MES, ERP). ISA-95 bzw. IEC 62264 ist der verwandte Standard für die Integration von Unternehmens- und Leitsystemen. In der ISA-Darstellung liegen Sensorik oft auf Level 1 und SPS/DCS auf Level 2; SCADA wird dort mitunter der Betriebsleitebene zugeordnet. Wir halten die URS-Pyramide, benennen die Abweichung aber offen, damit Audits nicht an der Layer-Nummer scheitern.